Die Kraft meiner Essenz

Wie entsteht die Essenz meines Wesens und was gibt ihr Kraft?

Um die Bedeutsamkeit des liebevollen Einbeziehens unseres Selbst zu verdeutlichen, – eine kleine Geschichte.

Wir verdanken dieser kleinen Geschichte, bzw. der wahren Begebenheit, die tiefe Erkenntnis, wie wir alle in der Liebe ankommen können, wenn ich mich für sie entscheide!

Es heißt, es gibt eine Gemeinschaft im afrikanischen Sambia den Bambemba Stamm, bei dem das Geburtsdatum des Kindes nicht der Tag ist, an dem es geboren wird, auch nicht der Tag, an dem es empfangen wurde, sondern der Tag, an dem das Kind seiner Mutter erstmals als Gedanken im Kopf erschien.

Und wenn diese Frau beschließt, dass sie das Kind empfangen wird, geht sie aus dem Dorf hinaus und setzt sich unter einen Baum und sie lauscht in sich hinein, bis sie das Lied des Kindes hören kann, das durch sie geboren werden will.

Und nachdem sie das Lied des Kindes gehört hat, kehrt sie zurück zu ihrem Mann, welcher der Vater des Kindes sein wird und lehrt auch ihm das Lied des Kindes.

Wenn sie sich dann lieben um das Kind körperlich zu empfangen, dann singen sie gemeinsam das Lied des Kindes, als Einladung hier auf Erden seinen Platz einzunehmen.

Die werdende Mutter, lehrt auch der Hebamme und allen anderen Frauen des Dorfes das Lied zu singen. Die Menschen um sie herum empfangen das Kind bei der Geburt mit seinem ureigenen Lied, um es auf der Erde herzlich zu begrüßen.

Das Kind wächst auf und in der Zwischenzeit haben auch die anderen Dorfbewohner alle sein Lied gelernt. Wenn das Kind fällt und sein Knie schmerzt, schließt es jemand in die Arme und singt sein Lied. Wann immer das Kind etwas Wunderbares tut, wenn es durch die Riten der Pubertät geht, wenn es heiratet – auch dann singen die Menschen des Dorfes sein Lied zur Ehrung seiner Seele.

So geht das Kind durch sein Leben.

In dieser Gemeinschaft gibt es noch weitere Gelegenheiten, zu der die Dorfbewohner für das Kind singen:

Dies ist, wenn diese Seele zu irgendeinem Zeitpunkt während seines Lebens ein Verbrechen begeht oder seinen Weg verloren hat. Dann wird der Mensch in das Zentrum des Dorfes gerufen und die Menschen seiner Gemeinschaft bilden einen Kreis um ihn.

Und dann singen sie behutsam das persönliche Lied.

Der Stamm fühlt, dass das Verhalten nicht nach Bestrafung ruft, sondern nach Liebe und nach Erinnerung an die wahre Identität seiner Seele.

Dann erinnert ihn jedes Stammesmitglied, ganz gleich welches Alters, daran, was er in seinem Leben Gutes getan hat. Alles, woran man sich in Bezug auf ihn erinnern kann, wird in allen Einzelheiten dargelegt.

Alle seine positiven Eigenschaften, seine Stärken und seine Güte werden dem „Angeklagten“ in Erinnerung gerufen. Alle im Kreis schildern dies sehr ausführlich. Die einzelnen Geschichten über ihn werden mit absoluter Ehrlichkeit und großer Liebe erzählt. Es ist niemandem erlaubt, das Geschehene zu übertreiben und alle wissen, dass sie nichts erfinden dürfen. Niemand ist bei dem, was er sagt, unehrlich oder sarkastisch. Die ganze Zeremonie wird so lange fortgesetzt, bis jeder im Dorf mitgeteilt hat, wie sehr er diese Person als Mitglied schätzt.

Der ganze Vorgang kann mehrere Tage dauern. Am Ende wird der Kreis geöffnet und der Betreffende kann sich entscheiden, ob er den Stamm verlassen oder wieder in den Stamm aufgenommen werden will.

Die ganze Zeremonie geschieht freiwillig.

Bleibt er im Stamm wird ein großes Fest gefeiert.

Wenn wir uns wieder erinnern, wer wir sind und unser eigenes Lied wieder erkennen, gibt es keinen Wunsch und keine Notwendigkeit mehr, irgendetwas zu tun, was jemand anderen verletzt oder schadet.

Dann haben wir wieder Freude daran, uns selbst zu leben.

Es wird uns wieder aus unserem Inneren heraus Spaß machen, kreativ am Leben teilzunehmen um den anderen genauso wertvoll wahrzunehmen, wie man selbst von anderen wahrgenommen wurde.

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